Marie-Aude Murail – Über kurz oder lang
Johannes Quester liest
Marie-Aude Murail – Über kurz oder lang
»Keine Sorge«, sagte er. »Ich mach das Ding von Großmama.« »Was für ein Ding?« »Na, das mit dem Friseur«, brummelte er. Er spürte, dass er ganz rot wurde, und drehte seiner Mutter den Rücken zu, während er mit den Fingern knackte.
WASCHEN, SCHNEIDEN, LEBEN
»Mir egal« ist das Motto des vierzehnjährigen Louis. Doch in einem Pariser Friseursalon lernt er, sein Leben mit ganz neuen Augen zu sehen.
Um seinen karrierebewussten Vater zu schockieren, entscheidet sich der vierzehnjährige Louis für ein Schülerpraktikum bei der Friseurin seiner Oma: sieben Tage Haare zusammenfegen im Salon Marielou. Lust dazu hat er eigentlich nicht, aber als er anfängt, ist ihm auf einmal gar nichts mehr egal. Er will sein eigenes Leben leben. Auch gegen den Willen seines Vaters.
Mit ihrem umwerfenden Humor, mit viel Sympathie und Herzenswärme erzählt Marie-Aude Murail von den skurrilen Figuren und dem prallen Leben in einem französischen Friseursalon, in dessen Mitte Louis seine Begabung entdeckt.
»Ein humorvolles und dennoch ernstes Buch über die Dinge im Leben, die wirklich wichtig sind.« Simone Leinkauf, BuchMarkt
Von der Autorin von „Simpel“, der mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis (Jugendjury) ausgezeichnet wurde.
Bald hier: Über kurz oder lang – Hörbeispiel
Johannes Quester liest
Marie-Aude Murail
ÜBER KURZ ODER LANG
Ungekürzte Lesung der Buchvorlage Fischer Sauerländer Verlag
Übersetzt aus dem Französischen von Tobias Scheffel
1 mp3-CD / Kartonverpackung, ca. 240 Minuten
ISBN 978-3-949840-57-9
20,00 €
ab 12 Jahre
erscheint am 26.03.2026
»Im Schatten des Baums sitzen und stehen ein paar Leute an drei kleinen Tischen aus Stein und starren auf die Tischplatten. Was machen sie bloß? Neugierig kommt Irina näher. Die Gruppe ist in Schachpartien vertieft. Schach!«
»Tara, wo steckst du? Das habe ich direkt nach der Explosion gedacht. Ich habe in meinem Zimmer gesessen und irgendwas gezeichnet und plötzlich gab es diesen Knall. Ich setzte den Fineliner ab und schaute zum Fenster. Am Himmel wuchs eine schwarze Wolke und ich habe nicht gleich an die Factory 11 gedacht.«
»Es geht um alles, einfach alles. Wie wir leben, was wir machen.» Ich hole tief Luft. «Weil wir nicht allein unterm Sternenhimmel liegen. Verstehst du?«
»Vorsichtig zog er an der Angel. Er spürte einen Widerstand. Jannek stand auf und zog mit einem kräftigen Ruck und spulte die Angelschnur auf. Till war ebenfalls aufgestanden. »Verdammt, was …?« Er starrte auf Janneks Fang, der jetzt aus dem Wasser auftauchte und auf sie zuschwebte.«
»Das dort drüben.« Ramon deutete mit seinem Messer auf ein leuchtendes, gelb-rotes Bild. »Und dort. Das ist gutes Zeugs. Echt. Wissen Sie, wie das Zeugs aussieht? Wie diese Papierdrachen im Central Park. Verstehen Sie? Man schaut in den Himmel, und da ist plötzlich etwas, was man nicht erwartet. – Der Himmel ist voller Überraschungen. Und genau- so sind Ihre Bilder, sie sind …«