Seite auswählen

Josef Winkler

Winkler,Josef(c)JeBauer_klein09.10.2018

Josef Winkler steht mit seinem Roman Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis 2018.

In der Jurybegründung heißt es: »Es ist nicht der erste Dorfroman, den Josef Winkler dem verzweifelten Andenken seines Vaters und seiner Kärntner Heimat gewidmet hat. Laß dich heimgeigen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe ist aber genau der Roman, der bisher gefehlt hat und ins zuvor immer nur vermutete Herz der Finsternis vorstößt – nämlich an den realen historischen Ort gelangt, der als Quelle des autoritären Verhängnisses gesehen werden kann. In dem Dorf Kamering liegt tatsächlich, von dem Vater verschwiegen, ein Massenmörder der SS begraben. Was als dichterischer Einfall eine verschmockte Allegorie wäre, ist als reales Faktum ein Schock, der alles für möglich Gehaltene überbietet und Winklers ohnehin enorme literarische Energie aufs Neue entfesselt. Die Sätze, die sich in kreisenden, bohrenden, in schauerliche Tiefe grabenden Bewegungen entfalten, gehören zum Wuchtigsten, was deutsche Prosa heute überhaupt bieten kann.«

Die Shortlist des Österreichischen Buchpreises umfasst fünf Romane, die von einer sechsköpfigen Jury ausgewählt wurden. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird am 5. November 2018 im Rahmen der BUCH WIEN 18 vergeben.

Josef Winkler wurde am 3. März 1953 in Kamering bei Paternion in Kärnten geboren. Nachdem er zunächst im Büro einer Oberkärntner Molkerei beschäftigt war, besuchte er die Abendhandelsakademie in Klagenfurt und arbeitete tagsüber im Betrieb eines Verlags, der Karl-May-Bücher produzierte.

In seiner Freizeit besuchte er germanistische und philosophische Vorlesungen. Seit 1982 ist Josef Winkler freier Schriftsteller. Er lebt derzeit in Klagenfurt.

»Josef Winkler  – ROPPONGI