Cherie Jones – Wie die einarmige Schwester das Haus fegt
Sithembile Menck liest Cherie Jones –
Wie die einarmige Schwester das Haus fegt
»Die salzige Luft war ruhig, als sie die Tür geöffnet hat, und trotzdem stehen ihr Schweißperlen im Gesicht, als sie die Füße in Adans alte Turnschuhe steckt und sich mit den Zehen an den Innensohlen festkrallt, während sie sich Sorgen über ihren Abstieg zu dem grausamtigen verschwommenen Streifen Strand viel zu weit da unten macht. «
Die Legende von der einarmigen Schwester sollte Lala eigentlich davor warnen, was mit Mädchen geschieht, die ihren Müttern nicht gehorchen. Doch für Lala ist es die verheißungsvolle Geschichte einer Abenteurerin, und als sie erwachsen ist und auf schreckliche Weise ein Baby verliert, schöpft sie daraus Hoffnung auf ein besseres Leben, weit weg von der Armut, weit weg von Adan, ihrem brutalen Mann.
Adan ist ein charismatischer, aber gewissenloser Kleinkrimineller, dessen Einbruch in eine der Strandvillen eine Kette von furchtbaren Ereignissen auslöst: ein Schuss, den niemand hören sollte. Ein Mord, der alles verändert und der auch Lala an einen Wendepunkt führt: Wird sie es endlich schaffen, dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen?
Auszeichnungen des Buches:
- Platz 1 der Litprom-Bestenliste »Weltempfänger«.
- Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis (Platz 3 International)
- Platz 3 und 4 der Krimibestenliste September, Oktober und November 2022
- Shortlist des Internationalen Literaturpreises 2023
Wie die einarmige Schwester das Haus fegt – Hörbeispiel
Sithembile Menck liest
Cherie Jones – Wie die einarmige Schwester das Haus fegt
Regie: Felicitas Ott
Aufnahme: SWR Baden-Baden
Coproduktion mit dem Südwestrundfunk Baden-Baden, SWR2 Literatur, Katrin Zipse
2 MP3-CDs
Spielzeit ca. 570 Minuten
ISBN 978-3-949840-27-2
»Sunil war mittlerweile in New York, viel besser beschäftigt als ich und beschloss, mir etwas Besonderes zu bieten. Er flog mich zu meinem siebenundzwanzigsten Geburtstag nach Manhattan ein, und nach einem vollgepackten Wochenende mit aufwändigen Abendessen, Nächten in Clubs, Männern aus dem Finanzwesen oder dem Filmgeschäft oder beidem, wachte ich auf und dachte: »Was soll ich noch in Seattle?«
Sie sind zu dritt, und in dieser abgeschiedenen Villa hinter hohen Bäumen sind sie die Königinnen: die Gouvernanten. Auf die Erziehung der ihnen anvertrauten Jungen geben sie wenig, lieber lassen sie sich melancholisch durch die hellen Tage treiben. Manchmal zieht es sie zum goldenen Tor, das ihr Reich begrenzt, wo sich, wild vor Verlangen, die Männer drängeln. Erhört werden sie alle nicht, denn hier stellen die Gouvernanten die Regeln auf. Verliert sich aber ein Fremder in den Garten, gehen sie wie im Rausch auf die Jagd, richten den Ahnungslosen unerbittlich zu, mit Küssen und mit Bissen. Und all das vor den Augen des Nachbarn, der die angebeteten Frauen mit seinem Fernrohr auf Schritt und Tritt verfolgt … Mit Eleganz und dunkler Sinnlichkeit – und durchaus mit subtiler Komik – erzählt Anne Serre in diesem fantastischen Märchen von der Macht der Blicke und von weiblichem Begehren.
»Jedes Neugeborene lebt vor der Erfindung der Zeit. Ich fühlte bereits nach den ersten paar Zellteilungen, dass etwas Großartiges entstanden war, und wanderte in Form einer winzigen Brombeere zur Gebärmutter, in der ich mich einzunisten gedachte. Ich muss gestehen, dass ich ihre neutrale Liebenswürdigkeit, mit der sie mir ein kuscheliges Plätzchen schuf, der späteren, doch sehr von Launen gesteuerten wirklichen Mutter vorzog.«
„Es beruhigte sie, an Boris zu denken. Alles an ihm erschien ihr trocken, nüchtern, er war schnell, effizient, aber nicht ohne Zärtlichkeit. Dass sie eine gute Stunde später hungrig erwachte, deutete sie als ein gutes Zeichen und machte sich bereit, die kommende Fahrt anzutreten.“
„Frankenstein“ von Mary Shelley, im Original „Frankenstein or The Modern Prometheus“, wurde 1818 erstmals anonym veröffentlicht. Damals von der Kritik noch wenig begeistert aufgenommen, erlangte der Stoff später durch Theater und Film Berühmtheit. Heutzutage gilt dieser Bildungsroman der besonderen Art als Pionier der Horrorgenres: Ein junger Wissenschaftler, Herr Doktor Frankenstein, verbindet Alchemie mit modernen Naturwissenschaften und erschafft aus totem Material ein Wesen, das mittels Elektroschocks zum Leben erwacht. Das Angesicht dieses Geschöpfes erschüttert den Schöpfer, der das „Monster“ verstößt, während es sich nur danach sehnt, geliebt zu werden.