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Klassiker der Literaturgeschichte Das Käthchen von Heilbronn

Katharina Borchardt spricht mit
Ulrike Draesner und John von Düffel

Heinrich von Kleist: Das Käthchen von Heilbronn

Heinrich von Kleist, 1777 in eine Adelsfamilie geboren, befand sich zeitlebens in einer Außenseiterstellung zwischen den literarischen Lagern der Romantik und der Weimarer Klassik. In seinen erzählenden und dramatischen Werken sticht er durch die Darstellung der Extreme hervor: Starke Gefühlsausbrüche, gewaltsame Bilder und das Missachten „schöner“ Konventionen wirken über seinen Suizid bis heute nach. Das historische Ritterschauspiel wurde von Kleist 1807/08 unter dem Originaltitel „Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe“ fertiggestellt. Käthchen, Tochter eines einfachen Waffenschmieds, träumt eines Nachts von einem Ritter, der um ihre Hand anhält. Graf Wetter vom Strahl träumt in derselben Nacht von der Tochter des Kaisers, die ihm versprochen wird. Als sich beide in der Schmiede begegnen, entflammt Käthchens Liebe. „Seine ganz treffliche Erfindung“ nannte Kleist das Käthchen, wobei bis heute unklar bleibt, ob es für die erste Stalkerin der deutschen Literaturgeschichte eine historische Vorlage gab.

Die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel sprechen über einen Autor, der zu Lebzeiten nie den ersehnten Ruhm fand – und über einen Text, der bis heute zu seinen beliebtesten Stücken gehört und unerwartete Brücken in die Gegenwart schlägt.

Die Veranstaltungsreihe Klassiker der Literaturgeschichte wird gefördert durch das Ministerium für Jugend, Kultus und Sport BW.

Katharina Borchardt (Moderation) Timo Brunke (Prolog und Epilog)

Ein Gespräch über Kleist – Käthchen von Heilbronn - Hörbeispiel

Katharina Borchardt spricht mit Ulrike Draesner und John von Düffel

      Hörbeispiel

Katharina Borchardt spricht mit
Ulrike Draesner und John von Düffel
Ein Gespräch über Kleist – Käthchen von Heilbronn
Live-Mitschnitt
Prolog und Epilog: Timo Brunke

1 CD Digifile/Kartonverpackung
Spielzeit: 79 Minuten
ISBN 978-3-949840-29-6
15,00€

 

Ulrike Sterblich – Drifter

Max Ruhbaum liest

Ulrike Sterblich – Drifter

„Sie hatte diese jugendliche Alterslosigkeit, die Verrückte oft haben. Womit ich nicht sagen möchte, dass Vica verrückt war. Nicht im konventionellen Sinne verrückt jedenfalls.“

Wenzel und Killer sind Freunde seit Ewigkeiten und stehen mitten im Leben, Killer als PR-Chef einer großen Firma, Wenzel betreut die Social-Media-Kanäle eines TV-Senders. Doch alles ändert sich, als Vica in ihr Leben tritt: eine Frau in goldenem Kleid, meist begleitet von zwei treuen Adjutanten und einem riesigen Zottelhund. Mit jeder Begegnung ploppen neue Fragen auf: Woher weiß sie so viel über Wenzel und Killer? Wieso besitzt sie ein Exemplar des neuen Buchs von Drifter, einer ominösen Schriftstellerfigur, obwohl es überhaupt noch nicht auf dem Markt ist? Und wo hat ihr Hund das Tanzen gelernt? Als Vica schließlich auch noch den Wohnblock ihrer Kindheit in Beschlag nimmt, gerät die Welt der beiden Freunde ins Wanken. Virtuos, ja geradezu fantastisch erzählt Ulrike Sterblich von zwei Freunden, deren Wirklichkeit sich zunehmend verschiebt.

Zwei Freunde und eine Unbekannte im goldenen Kleid, die über die grandiose Fähigkeit verfügt, die Dinge so durcheinanderzubringen, dass Neues erkennbar wird.

Presse zum Buch:

„Es geht um Verzauberung der Welt im besten Sinne. Ein äußerst witziges, geistreiches, überraschendes Buch und eine schöne Geschichte.“, rbb Kulturradio

„Das reinste Vergnügen!“, Karen Duve

Shortlist Deutscher Buchpreis 2023

Drifter – Hörbeispiel

von Ulrike Sterblich | gelesen von Max Ruhbaum

      Hörbeispiel
Max Ruhbaum liest
Ulrike Sterblich – Drifter
Ungekürzte Lesung der Buchvorlage aus dem Rowohlt Verlag
1 mp3-CD in Digifile/Kartonverpackung
Spielzeit 406 Minuten
ISBN 978-3-949840-28-9
empf. VK 23.00€
Deutscher Popliteraturpreis 2024

Für ihren Roman «Drifter» wurde Ulrike Sterblich mit dem Deutschen Popliteraturpreis für Magic, Pop und Ewigkeit ausgezeichnet.
Wir gratulieren sehr herzlich zu dieser Auszeichnung!

Die Initiatoren des Preises loben Ulrike Sterblichs Roman als «eine Story, die die Leserschaft in ihren Bann zieht. Gut lesbar und doch tiefgründig, stilistisch und sprachlich spannend – so muss ein gutes Buch sein».
Der Preis wurde am 8. Juni 2024 vom Literaturhaus Augsburg verliehen.

https://www.deutscher-pop-literaturpreis.de/

Cherie Jones – Wie die einarmige Schwester das Haus fegt

Sithembile Menck liest Cherie Jones –

Wie die einarmige Schwester das Haus fegt

 

»Die salzige Luft war ruhig, als sie die Tür geöffnet hat, und trotzdem stehen ihr Schweißperlen im Gesicht, als sie die Füße in Adans alte Turnschuhe steckt und sich mit den Zehen an den Innensohlen festkrallt, während sie sich Sorgen über ihren Abstieg zu dem grausamtigen verschwommenen Streifen Strand viel zu weit da unten macht. «

Die Legende von der einarmigen Schwester sollte Lala eigentlich davor warnen, was mit Mädchen geschieht, die ihren Müttern nicht gehorchen. Doch für Lala ist es die verheißungsvolle Geschichte einer Abenteurerin, und als sie erwachsen ist und auf schreckliche Weise ein Baby verliert, schöpft sie daraus Hoffnung auf ein besseres Leben, weit weg von der Armut, weit weg von Adan, ihrem brutalen Mann.

Adan ist ein charismatischer, aber gewissenloser Kleinkrimineller, dessen Einbruch in eine der Strandvillen eine Kette von furchtbaren Ereignissen auslöst: ein Schuss, den niemand hören sollte. Ein Mord, der alles verändert und der auch Lala an einen Wendepunkt führt: Wird sie es endlich schaffen, dem Kreislauf der Gewalt zu entkommen?

Auszeichnungen des Buches:

  • Platz 1 der Litprom-Bestenliste »Weltempfänger«.
  • Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis (Platz 3 International)
  • Platz 3 und 4 der Krimibestenliste September, Oktober und November 2022
  • Shortlist des Internationalen Literaturpreises 2023

Wie die einarmige Schwester das Haus fegt – Hörbeispiel

von Cherie Jones | gelesen von Sithembile Menck

      Hörbeispiel

Sithembile Menck liest
Cherie Jones – Wie die einarmige Schwester das Haus fegt

Regie: Felicitas Ott
Aufnahme: SWR Baden-Baden
Coproduktion mit dem Südwestrundfunk Baden-Baden, SWR2 Literatur, Katrin Zipse

2 MP3-CDs
Spielzeit ca. 570 Minuten
ISBN 978-3-949840-27-2

Jami Attenberg – Bis hierher war’s ein weiter Weg

Barbara Stoll liest

Jami Attenberg – Bis hierher war’s ein weiter Weg

Mein ach so grandioses Leben als Autorin

 

»Sunil war mittlerweile in New York, viel besser beschäftigt als ich und beschloss, mir etwas Besonderes zu bieten. Er flog mich zu meinem siebenundzwanzigsten Geburtstag nach Manhattan ein, und nach einem vollgepackten Wochenende mit aufwändigen Abendessen, Nächten in Clubs, Männern aus dem Finanzwesen oder dem Filmgeschäft oder beidem, wachte ich auf und dachte: »Was soll ich noch in Seattle?«

Als Tochter eines Handelsreisenden aus dem Mittleren Westen der USA scheint Jami Attenberg prädestiniert für ein Leben auf der Durchreise. Was allerdings in ihrem Fall bedeutet, dass sie sich zunächst auf selbstfinanzierten Buchtouren von Lesung zu Lesung hangelt, frustriert von wechselnden Gelegenheitsjobs und dem ständigen Fliegen, das nur noch mit Beruhigungsmitteln zu ertragen ist. Bis sie sich irgendwann fragen muss: Reise ich oder laufe ich weg?

In ihrem brillanten und witzigen neuen Buch erzählt New York Times-Bestsellerautorin Jami Attenberg in ihrem unnachahmlichen Ton vom Schreiben als Beruf und vom (Über-)Leben als Autorin. Was ist nötig, um sich in Vollzeit der Kunst zu widmen? Was bedeutet es, sich den eigenen Ideen zu verschreiben? Und wie sieht die Welt für eine Frauaus, die sich allein in ihr bewegt?

Die »Meisterin der modernen Erzählliteratur« (Entertainment Weekly) beschreibt ihren Weg zu einer eigenen Stimme als Autorin aufrichtig und mit all seinen Aufs und Abs. Bis hierhin war’s ein weiter Weg erzählt inspirierend davon, wie man den Weg nach Hause findet, und ist eine wunderbare Liebeserklärung an die Kunst und das Schreiben.

Bis hierher war's ein weiter Weg – Hörbeispiel

von Jami Attenberg | gelesen von Barbara Stoll

      Hörbeispiel

Barbara Stoll liest
Jami Attenberg – Bis hierher war’s ein weiter Weg
Mein ach so grandioses Leben als Autorin

1 mp3-CD
Spielzeit ca. 330 Minuten
ISBN 978-3-949840-21-0
26,00€

Anne Serre – Die Gouvernanten

Therese Hämer liest

Anne Serre – Die Gouvernanten

Sie sind zu dritt, und in dieser abgeschiedenen Villa hinter hohen Bäumen sind sie die Königinnen: die Gouvernanten. Auf die Erziehung der ihnen anvertrauten Jungen geben sie wenig, lieber lassen sie sich melancholisch durch die hellen Tage treiben. Manchmal zieht es sie zum goldenen Tor, das ihr Reich begrenzt, wo sich, wild vor Verlangen, die Männer drängeln. Erhört werden sie alle nicht, denn hier stellen die Gouvernanten die Regeln auf. Verliert sich aber ein Fremder in den Garten, gehen sie wie im Rausch auf die Jagd, richten den Ahnungslosen unerbittlich zu, mit Küssen und mit Bissen. Und all das vor den Augen des Nachbarn, der die angebeteten Frauen mit seinem Fernrohr auf Schritt und Tritt verfolgt … Mit Eleganz und dunkler Sinnlichkeit – und durchaus mit subtiler Komik – erzählt Anne Serre in diesem fantastischen Märchen von der Macht der Blicke und von weiblichem Begehren.

»Hin und wieder huscht – oft ganz leise – ein einzigartiges Wesen vorbei: ein wirklich origineller Roman.
Nennen wir sie die Anglerfische der Literatur, nach diesen einsamen, verrückt aussehenden Fischen, die in den tiefsten Meeresgräben lauern. Die Merkwürdigkeit solcher Geschichten beschränkt sich nicht auf die Ebene der Struktur; sie entspringt der Autorin, ihrer Art, die Welt wahrzunehmen, und sickert in die Sätze ein. Spröde und feurig, sehr schräg und sehr großartig – Die Gouvernanten sind eine Arie, und zwar eine perfekt vorgetragene.«
The New York Time

Longlist Deutscher Hörbuchpreis 2024
Beste Sprecherin

Als persönlicher Tipp von Manuela Reichart auf der hr2-Hörbuchbestenliste Oktober 2023

Therese Hämer liest mit einer leicht rauchigen Stimme, mit Lust und Wonne und voller Leidenschaft. Insgesamt ein außergewöhnlicher Text, der einen sehr beschwingt zurücklässt, hr2-Hörbuchzeit vom 20.10.2023 (Hier die ganze Rezension anhören)

Die Gouvernanten – Hörbeispiel

von Anne Serre | gelesen von Therese Hämer

      Hörbeispiel

Therese Hämer liest
Anne Serre – Die Gouvernanten

1 mp3-CD
Spielzeit ca. 100 Minuten
ISBN 978-3-949840-25-8
Empf. VK 24,00€

14.11.2023 Literaturhaus Stuttgart

Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Stuttgart und Institut français Stuttgart.

 

Lesung und Gespräch

Patricia Klobusiczky (Moderation)
Therese Hämer (Lesung)

» Weitere Informationen

16.11.2023 Literaturhaus Köln

Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Köln und Institut français.

 

Lesung und Gespräch

Angela Spizig (Moderation)
Therese Hämer (Lesung)

» Weitere Informationen

Margit Schreiner – Mobilmachung

Barbara Stoll liest

Margit Schreiner – Mobilmachung

»Jedes Neugeborene lebt vor der Erfindung der Zeit. Ich fühlte bereits nach den ersten paar Zellteilungen, dass etwas Großartiges entstanden war, und wanderte in Form einer winzigen Brombeere zur Gebärmutter, in der ich mich einzunisten gedachte. Ich muss gestehen, dass ich ihre neutrale Liebenswürdigkeit, mit der sie mir ein kuscheliges Plätzchen schuf, der späteren, doch sehr von Launen gesteuerten wirklichen Mutter vorzog.«

Nach Vater. Mutter. Kind. Kriegserklärungen (2021) und Mütter. Väter. Männer. Klassenkämpfe (2022) erkundet die große österreichische Erzählerin Margit Schreiner auf ihre unnachahmliche Weise das Private. Ausgehend von ihren allerersten Lebensjahren in einer kleinbürgerlichen Stadt der Fünfzigerjahre fabuliert die Autorin überaus humorvoll und mit wie immer kritischem Blick auf Geschlechterverhältnisse vom Erleben als Embyro, Säugling und Kleinkind. Sie betreibt dabei keine reine Nabelschau, sondern reflektiert gleichzeitig klug über Menschwerdung und Menschheitsgeschichte.

Auch für dieses Buch gilt, was Anton Thuswaldner in Literatur und Kritik feststellte: »Schreiner ist die Aufmüpfigkeitskönigin der österreichischen Literatur.« Gespannt erwartet man die Fortsetzung des immer turbulenter werdenden Lebens.

Minutiös beschreibt die 1953 geborene österreichische Autorin ihre Menschwerdung vom embryonalen Stadium bis zum Alter von etwa zehn Jahren. Das tut sie mit herbem Humor, feiner Selbstironie und scharfer Beobachtungsgabe. Autobiografisches wandelt sich in den fast als Parallelwelt erscheinenden Erinnerungen zu Fiktionalem. In Barbara Stolls Lesung schwingt die feine Ironie ebenso mit wie große Empathie für das mitunter sehr altklug anmutende Kind.

hr2-Hörbuchbestenliste 09/2023

Mobilmachung – Hörbeispiel

von Margit Schreiner | gelesen von Barbara Stoll

      Hörbeispiel

Barbara Stoll liest
Margit Schreiner – Mobilmachung

Über das Private

1 mp3-CD
Spielzeit ca. 200 Minuten
ISBN 978-3-949840-22-7
Empf. VK 22,00€

hr2-Hörbuchbestenliste 09/2023