Anne Serre – Die Gouvernanten
Therese Hämer liest
Anne Serre – Die Gouvernanten
Sie sind zu dritt, und in dieser abgeschiedenen Villa hinter hohen Bäumen sind sie die Königinnen: die Gouvernanten. Auf die Erziehung der ihnen anvertrauten Jungen geben sie wenig, lieber lassen sie sich melancholisch durch die hellen Tage treiben. Manchmal zieht es sie zum goldenen Tor, das ihr Reich begrenzt, wo sich, wild vor Verlangen, die Männer drängeln. Erhört werden sie alle nicht, denn hier stellen die Gouvernanten die Regeln auf. Verliert sich aber ein Fremder in den Garten, gehen sie wie im Rausch auf die Jagd, richten den Ahnungslosen unerbittlich zu, mit Küssen und mit Bissen. Und all das vor den Augen des Nachbarn, der die angebeteten Frauen mit seinem Fernrohr auf Schritt und Tritt verfolgt … Mit Eleganz und dunkler Sinnlichkeit – und durchaus mit subtiler Komik – erzählt Anne Serre in diesem fantastischen Märchen von der Macht der Blicke und von weiblichem Begehren.
»Hin und wieder huscht – oft ganz leise – ein einzigartiges Wesen vorbei: ein wirklich origineller Roman.
Nennen wir sie die Anglerfische der Literatur, nach diesen einsamen, verrückt aussehenden Fischen, die in den tiefsten Meeresgräben lauern. Die Merkwürdigkeit solcher Geschichten beschränkt sich nicht auf die Ebene der Struktur; sie entspringt der Autorin, ihrer Art, die Welt wahrzunehmen, und sickert in die Sätze ein. Spröde und feurig, sehr schräg und sehr großartig – Die Gouvernanten sind eine Arie, und zwar eine perfekt vorgetragene.«
The New York Time
Longlist Deutscher Hörbuchpreis 2024
Beste Sprecherin
Als persönlicher Tipp von Manuela Reichart auf der hr2-Hörbuchbestenliste Oktober 2023
Therese Hämer liest mit einer leicht rauchigen Stimme, mit Lust und Wonne und voller Leidenschaft. Insgesamt ein außergewöhnlicher Text, der einen sehr beschwingt zurücklässt, hr2-Hörbuchzeit vom 20.10.2023 (Hier die ganze Rezension anhören)
Die Gouvernanten – Hörbeispiel
Therese Hämer liest
Anne Serre – Die Gouvernanten
1 mp3-CD
Spielzeit ca. 100 Minuten
ISBN 978-3-949840-25-8
Empf. VK 24,00€
14.11.2023 Literaturhaus Stuttgart
Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Stuttgart und Institut français Stuttgart.
Lesung und Gespräch
Patricia Klobusiczky (Moderation)
Therese Hämer (Lesung)
16.11.2023 Literaturhaus Köln
Eine Veranstaltungskooperation von Literaturhaus Köln und Institut français.
Lesung und Gespräch
Angela Spizig (Moderation)
Therese Hämer (Lesung)
»Jedes Neugeborene lebt vor der Erfindung der Zeit. Ich fühlte bereits nach den ersten paar Zellteilungen, dass etwas Großartiges entstanden war, und wanderte in Form einer winzigen Brombeere zur Gebärmutter, in der ich mich einzunisten gedachte. Ich muss gestehen, dass ich ihre neutrale Liebenswürdigkeit, mit der sie mir ein kuscheliges Plätzchen schuf, der späteren, doch sehr von Launen gesteuerten wirklichen Mutter vorzog.«
„Es beruhigte sie, an Boris zu denken. Alles an ihm erschien ihr trocken, nüchtern, er war schnell, effizient, aber nicht ohne Zärtlichkeit. Dass sie eine gute Stunde später hungrig erwachte, deutete sie als ein gutes Zeichen und machte sich bereit, die kommende Fahrt anzutreten.“
„Frankenstein“ von Mary Shelley, im Original „Frankenstein or The Modern Prometheus“, wurde 1818 erstmals anonym veröffentlicht. Damals von der Kritik noch wenig begeistert aufgenommen, erlangte der Stoff später durch Theater und Film Berühmtheit. Heutzutage gilt dieser Bildungsroman der besonderen Art als Pionier der Horrorgenres: Ein junger Wissenschaftler, Herr Doktor Frankenstein, verbindet Alchemie mit modernen Naturwissenschaften und erschafft aus totem Material ein Wesen, das mittels Elektroschocks zum Leben erwacht. Das Angesicht dieses Geschöpfes erschüttert den Schöpfer, der das „Monster“ verstößt, während es sich nur danach sehnt, geliebt zu werden.

»Wir begegnen dir nicht. was wäre landläufig auch schon begegnen?«