Josef Winkler Autorenlesung Der Stadtschreiber von Kalkutta
Josef Winkler – Autorenlesung –
Der Stadtschreiber von Kalkutta
»Beim Verlust dieser Reisetagebücher wäre ich nach Kalkutta zu rückgekehrt und hätte mich mit Hilfe meines nachtragenden, erbar mungslosen Schutzengels aus dem Fenster des Hotels „Bengali Club“ auf ein Glasdach, in den Tod hineingesplittert, es sei denn, ich hätte beim Abflug aus London der Stewardess der British Airways in den Oberarm gebissen.«
Den Indienfahrer hat es diesmal nicht nach Varanasi zu den Einäscherungsstätten am heiligen Ganges, sondern nach Kalkutta verschlagen. Dort nimmt er uns mit auf seine Touren durch die Stadt – immer wieder hinein in das elektrisierende, bunt verwirrende Treiben auf einem großen Lebensmittelmarkt; leuchtendes Indien.
Dann auch hier zum Einäscherungsort am heiligen Fluss (dem Hooghli) und schließlich zur herzzerreißenden Opferung vieler kleiner weißer Ziegen. Darunter die Lieblingstiere von Kindern, die diese in Begleitung der Eltern heranführen, damit im finsteren Tempel die Göttin Kali ihr Blut trinken kann; dunkles Indien.
Der Stadtschreiber von Kalkutta - Hörbeispiel
Josef Winkler
Autorenlesung
Der Stadtschreiber von Kalkutta
Musik: Madhuri Chattopadhyay (mit Cornelius Hogeweg, Pandit Sankha Chatterjee, Tanmoy Bose)
Madhuri Chattophadhyay entstammt einer Musikerfamilie aus Kalkutta. Im Hause ihrer Eltern trafen sich regelmäßig die bedeutendsten indischen Musiker. Dieses Zusammentreffen wird ›Reyaj‹ (Musikpraxis) genannt. Der enge Kontakt mit Musikern wie Pandit Ravi Shankar, Ustad Vilayat Khan, u.v.m., bedeutete für sie ein besonderes Glück und eine musikalische Bereicherung.
Auf dem Hörbuch sind Ausschnitte aus Rag Jog und Arpan Rag Bhairav zu hören.
www.violinemadhuri.de
ISBN: 978-3-941009-60-8
3 CDs in Digifile / Kartonverpackung 18,00€
Spielzeit. 188 Minuten
Ungekürzte Lesung der Originalausgabe des Suhrkamp Verlags
Seit drei Jahren ohne Arbeit, weil Arbeit keinen Spaß macht, und seit drei Tagen ohne Alkohol, weil der einen fertigmacht und aufschwemmt, obwohl ein Schlückchen natürlich nicht schlecht wär, nur: woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die liebe Ehefrau ist weg, die Wohnung leer bis auf einen kleinen Glücksgott aus Metall, der plötzlich ungeheuer nervt und weg muss, noch heute, stante pede, sofort.
»Sie wird dann Stellen ihres Körpers entdecken, deren Schönheit ihr bisher entgangen ist, und darüber verblüfft sein.«
Ragna muss diese Erinnerungen ihrer Kindheit verbannt haben, irgendwohin. Doch plötzlich tauchen sie aus dem Nichts wieder auf.
Als Lion Feuchtwanger im Exil in Kalifornien 1956 die Nachricht vom Tod Bertolt Brechts erreicht, ist der weltberühmte Literat erschüttert.
„Nur am obersten Teil deiner stolzen Pflugscharen konnte man noch als glorreiche stierblutrote Sonnenuntergangsflecken den vom Pflügen der Erde und von den spießigen Knochen der Globocnik-Überreste unberührten Lack sehen.“