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John Burnside – So etwas wie Glück

Martin Feifel liest John Burnside –

So etwas wie Glück

„Heute denke ich kaum mehr an die Zukunft. Es kommt eine Zeit, da besteht die einzig sinnvolle Bemühung darin, die Zukunft gänzlich zu vergessen und sich auf das eine zu konzentrieren, das immer da ist: die Gegenwart, die unberechenbare.“

Die ganze Verletzlichkeit des Lebens in nur einem Moment. Was macht eine gute Beziehung aus? Was ist Liebe – und was nicht? John Burnsides Geschichten tauchen in das Leben von Männern und Frauen ein, die – in einer Ehe gefangen, gebeutelt von falschen Erwartungen, dem Alkohol verfallen – alles andere als ideale Paare verkörpern. Untreu, einsam, krank, begegnet man seinen Heldinnen und Helden bevorzugt nachts auf leeren Straßen. Von so etwas wie Glück können sie nur träumen, ihre Gefühle bleiben meist sprachlos. Und doch könnten sie unsere Nachbarn sein.

Burnside ist einer der besten Gegenwartslyriker und zugleich bemerkenswerter Essayist und Romancier. Mit dem vorliegenden Band lässt er sich nun erstmals in deutscher Sprache auch als Autor von Kurzgeschichten kennenlernen. Jede der zwölf Erzählungen der von ihm eigens zusammengestellten Auswahl zeigt die ganze Verletzlichkeit eines Lebens in nur einem Moment – und besitzt dennoch das Gewicht und die Dichte eines großen Romans.

»Burnsides Kunst der Atmosphäre und seine hintergründige Figurenzeichnung erfordern einen feinfühligen, aber nicht ins Gefühlige abrutschenden Vorleser – einen Innerlichkeitsartisten wie Martin Feifel. Mit ruhigem Nachdruck zieht er die Hörer ins Vertrauen und hinein in die Geschicke der Figuren, voller Verständnis für die Sorgenfalten der Seele und die Irrläufe der Sehnsucht. Seine sanft-herbe, bei aller Präzision der Betonungen bisweilen fast raunend herabgesenkte Stimme schafft einen psychologischen Innenraum, in dem sich das Fühlen und Denken der Figuren überzeugend entfalten kann. Stimmungsvoll wird jede Geschichte mit einer kurzen Musikpassage eingeleitet.« Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wolfgang Schneider

»Martin Feifel interpretiert Burnsides dicht gewobene Geschichten in großer Intimität, manchmal ganz nah am Mikrofon, leise, dafür umso eindringlicher. Feifel versucht nie, diese Geschichten aus der schottischen Provinz und ihre Protagonisten größer zu machen als sie sind. Doch in dem er ganz schlicht, unprätentiös gestaltet, erfasst er in einem Moment, einer Stimmung, einer Erinnerung ein ganzes Leben.« Christian Kosfeld, WDR – Zur Rezension

»Ein schottischer Raymond Carver.« Independent

»Auch wenn sie (die Menschen) ihren Gefühlen sprachlos und ohnmächtig ausgeliefert sind, Burnside gibt ihrer Verletzlichkeit Ausdruck und poetische Kraft.« ZDF, Das literarische Quartett (13. Januar 2023)

»Einer jener seltenen Schriftsteller, die über ein gleichermaßen genaues Gespür fürs Dichten wie fürs Erzählen verfügen. … Hohe Spannung, die sich einer nahezu makellosen narrative Technik verdankt.« Süddeutsche Zeitung, Juliane Liebert (11. November 2022)

So etwas wie Glück – Hörbeispiel

von John Burnside | gelesen von Martin Feifel

      Hörbeispiel

Martin Feifel liest
John Burnside – So etwas wie Glück

Ungekürzte Lesung des Buches erschienen bei Penguin, München
Übersetzt von Bernhard Robben
Spielzeit 490 Minuten, 1 Mp3- CD in Digifile /Kartonverpackung
978-3-949840-18-0
Empf. VK 25,00€
für Erwachsene

hr2-Hörbuchbestenliste 07/2023

Ana Marwan – Verpuppt

Barbara Stoll liest Ana Marwan – Verpuppt

 

»Aber diesmal lief es nicht so wie gewöhnlich. An diesem Abend im Taxi sah er in der Handtasche seiner Frau, völlig klar und deutlich – ein Präservativ. Manchmal bricht die Nacht so plötzlich über die Erde herein, als würde man die Augenlider schließen.«

Rita findet sich nicht zurecht in der Welt. Stets übt sie sich in Genügsamkeit und Akzeptanz und kommt früh zu der Erkenntnis, dass sich Träume oder Dinge, die verloren gehen, durch andere ersetzen lassen. Durch Beobachtung stellt sie fest: Der Mensch ist ein Gefäß, in das über die Jahre alles hineinkommt von außen – Meinungen, Verhaltensweisen, Gesten … Das Leben betrachtet sie als eine reine Aneinanderreihung von Spielchen; je nach Situation wird diese oder jene Version der eigenen Person zur Schau gestellt und vor sich hergetragen. Was aus ihr werden soll, weiß sie nicht. Um das Chaos ihrer Welt zu bändigen, schreibt sie wie Ivo Jež, der – wie sie – im Ministerium tätig ist, Abteilung Raumfahrt. Oder handelt es sich um eine andere Art von Einrichtung und Ivo ist ein Mitpatient? Wird Rita therapiert oder wird die Ärztin von Rita manipuliert?

Ist der freie Mensch frei oder ist derjenige ohne Zwang, dem die Entscheidungen abgenommen werden? „Jede Geschichte ist eine Gewalt an der Wahrheit“, schreibt Rita einmal.

Verstehen wir dies als Einladung, den Wahrheitsgehalt der erzählten Geschichte infrage zu stellen.

Verpuppt - Hörbeispiel

von Ana Marwan | gelesen von Barbara Stoll

      Hörbeispiel
Barbara Stoll liest
Ana Marwan – Verpuppt

Ungekürzte Lesung des Romans Otto Müller Verlag, Salzburg
Spielzeit 339 Minuten, 1 mp3-CD in Digifile /Kartonverpackung
ISBN 978-3-949840-14-2
Empf. VK 25,00€
für Erwachsene

Klassiker der Literaturgeschichte Grimms Märchen

Anne-Dore Krohn spricht mit Ulrike Draesner
und John von Düffel
Grimms Märchen

 

Jedes Kind kennt die Märchen der Brüder Grimm, die von Verwandlungen und Glücksfällen, Fröschen, Prinzen oder Wölfen erzählen. Ursprünglich war die Sammlung aber gar nicht für junge Leser*innen gedacht. Auf Anregung der Dichter Clemens Brentano und Achim von Arnim, die an ihrer Volksliedersammlung Des Knaben Wunderhorn arbeiteten, wandten sich auch Jacob und Wilhelm Grimm der sogenannten „Volksliteratur“ zu und begannen, mündliche Erzählungen niederzuschreiben.
„Hänsel und Gretel“, „Rotkäppchen“ und „Schneewittchen“ sind längst zu deutschen Exportschlagern geworden. Doch ebenso großartig und oft noch abgründiger sind die nicht so bekannten Märchen. In „Allerleirauh“ etwa versucht eine Königstochter, den sexuellen Annäherungsversuchen ihres Vaters zu entkommen, indem sie in das Nachbarland flieht und mit Ruß und pelziger Kleidung bedeckt in den Küchen des dortigen Schlosses arbeitet – bis sie sich zu erkennen gibt und selbst Königin wird. Häusliche Gewalt, Missbrauch, Patchworkfamilien, sozioökonomische Fragen und Genderrollen bestimmen die Themenwelt der Märchen. Wie lesen diese alten, klugen, vor nichts zurückschreckenden Texte sich heute? Was wurde getilgt?

Wir lassen uns verzaubern und in Schrecken versetzen, während die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel über die Brüder Grimm, ihr nationales Schreibprojekt und die zeitlose Abgründigkeit der Märchen ins Gespräch kommen.

Timo Brunke trägt einen eigens für diesen Abend geschriebenen Prolog und Epilog vor.

Die Veranstaltungsreihe Klassiker der Literaturgeschichte wird gefördert durch das Ministerium für Jugend, Kultus und Sport BW.

Ein Gespräch über Grimms Märchen - Hörbeispiel

Anne-Dore Krohn spricht mit Ulrike Draesner und John von Düffel

      Hörbeispiel
Anne-Dore Krohn spricht mit Ulrike Draesner und John von Düffel
Live-Mitschnitt

 

Ein Gespräch über Grimms Märchen
Prolog und Epilog: Timo Brunke
Spielzeit 78 Minuten, 1 CD Digifile/Kartonverpackung
ISBN 978-3-949840-16-6
15,00€

 

Klassiker der Literaturgeschichte Hamlet

Insa Wilke spricht mit Ulrike Draesner
und John von Düffel
William Shakespeare – Hamlet

 

1601 am Globe Theatre in London uraufgeführt, gehört Shakespeares Drama „Hamlet“ zu den bekanntesten und meistdiskutierten Tragödien der Weltliteratur. Bereits in der Entstehungszeit war das Stück populär und genießt bis heute eine beeindruckende Bühnenpräsenz; Aussprüche wie „Sein oder Nichtsein“ haben Eingang gefunden in unsere Alltagssprache.

Prinz Hamlet von Dänemark strebt danach, den Tod seines Vaters zu rächen. Um den Mörder zu finden, macht Hamlet eine Wahrheitsprobe in Form einer Inszenierung und führt ein Stück im Theaterstück auf. Schließlich stellt sich heraus: Hamlets Vater wurde von seinem eigenen Bruder Claudius ermordet, der danach Hamlets Mutter Gertrude ehelichte. Doch Hamlet begeht nicht sofort Rache. Teil des dichten so- zialen Geflechts am Hof ist auch Ophelia, Hamlets Geliebte. Deren Vater Polonius wird versehentlich von Hamlet erstochen, woraufhin das Geschehen eskaliert und alle Beteiligten ins Unglück stürzen. Nicht zuletzt macht sich Hamlet sogar am Tod von Ophelia mitschuldig. Am Ende stehen wir vor einem Drama mit zahlreichen Toten.

Die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel kommen ins Gespräch über eines der wirkmächtigsten Theaterstücke der Weltliteratur.

Die Veranstaltungsreihe Klassiker der Literaturgeschichte wird gefördert durch das Ministerium für Jugend, Kultus und Sport BW.

Ein Gespräch über William Shakespeare: Hamlet - Hörbeispiel

Insa Wilke spricht mit Ulrike Draesner und John von Düffel

      Hörbeispiel
Insa Wilke spricht mit Ulrike Draesner und John von Düffel
Live-Mitschnitt

 

Ein Gespräch über William Shakespeare – Hamlet
Prolog und Epilog: Timo Brunke
Spielzeit 78 Minuten, 1 CD Digifile/Kartonverpackung
ISBN 978-3-949840-15-9
15,00€

 

Hélène Gestern – Schwindel

Marit Beyer liest Hélène Gestern –

Schwindel

„Ein Teil von mir ist an diesem Frühlingssamstag im unverschämten Sonnenschein erstarrt, als ich die Mail von diesem Mann erhielt, der mir mit bewunderswerter Präzision, Logik und Rückgratlosigkeit darlegte, warum er mich verlassen würde. Es war an einem 29. April. Ich bin nicht sicher, ob ich dafür Verständnis aufbringen kann.“

Warum beendet eine in Leben und Beruf stabile Frau eine glückliche Beziehung, um sich mit Haut und Haar einem Mann auszuliefern, der ihr nicht guttut? Was als harmlose Begegnung unter Kollegen zu gemeinsamen Aufenthalten in Paris führt, entwickelt sich zu einer fatalen Leidenschaft. Aus erotischer Anziehung und Ebenbürtigkeit wird zu nehmend Qual, als Streitereien und Versöhnungen in immer dichterer Folge wechseln, Nachrichten und Treffen immer unverbindlicher und seltener werden. Die Affäre gerät zur Obsession, als der Geliebte verstummt und Mails unbeantwortet lässt. Dass er gleichzeitig keine endgültige Trennung akzeptiert, sondern immer wieder eifersüchtig und mit zerstörerischer Wucht in ihrem Leben auftaucht, zieht ihr vollends den Boden unter den Füßen weg.

Die Autorin des Erfolgsromans Der Duft des Waldes zeichnet in dieser eindringlichen Selbsterkundung das Porträt einer Frau, die aus einer sie beherrschenden Amour fou mit allen Mitteln zurück zu sich selbst finden will.

»Schwindel bannt eine schmerzhafte und so einzigartige wie universelle Erfahrung in eine glasklare, poetische Sprache.« Avril Ventura, Elle

Presse zum Hörbuch:

– Auszeichnung: Hörbuch der Woche, BR

„Zwei Menschen, die miteinander unglücklich sind, aber ohne einander noch mehr. Die französische Autorin Hélène Gestern erzählt zwar keine neue Geschichte, aber sie erzählt die bekannte auf eine individuelle Art: In Episoden blickt die Ich-Erzählerin zurück auf Trennungen, Versöhnungen, Sehnsucht und Einsamkeit. Schauspielerin Marit Beyer überzeugt durch ihre feinfühlige Lesung eines Schreibprozesses, der Heilung bringen soll. Stattdessen gelingen vielfältige Perspektiven auf ein Leid, das so alt ist wie die Menschheit selbst.“
SWR2 (L. Berger)

Bald hier: Schwindel – Hörbeispiel

von Hélène Gestern | gelesen von Marit Beyer

      Hörbeispiel #1
      Hörbeispiel #2

Marit Beyer liest

Hélène Gestern – Schwindel

Ungekürzte Lesung der Buchvorlage Schöffling Verlag
Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky

2 CDs in Kartonverpackung
132 Minuten
empf. VK 20.00€
ISBN 978-3-949840-08-1

Ab sofort erhältlich!

Klassiker der Literaturgeschichte Gustave Flaubert

Insa Wilke spricht mit Ulrike Draesner
und John von Düffel
Gustave Flaubert – Madame Bovary

 

Als der Roman „Madame Bovary“ 1857 erschien, wurde seinem Verfasser Gustave Flaubert der Prozess gemacht. Grund dafür war der „Verstoß gegen die guten Sitten“ – der Autor verherrliche den Ehebruch. Inzwischen gehört das Buch zu den Klassikern der Weltliteratur und bildet einen Meilenstein der literarischen Moderne. Emma Bovary, gelangweilt in ihrer Ehe mit Charles, einem Landarzt, sehnt sich nach der großen Liebe und nach Leidenschaft, scheitert daran und treibt schlussendlich sich und ihren Mann in den Ruin. Bemerkenswert ist hier die neutrale Erzählweise, in der das Geschehen lediglich beschrieben, jedoch nicht bewertet wird. Was ist so aufregend an Flauberts Schreibweise und der Beschreibung von Sehnsucht und Verzweiflung, dass wir ihn heute noch lesen? „Madame Bovary“ war sein erster publizierter Text, obwohl er zuvor schon unablässig schrieb – seine hohen Ansprüche an sich selbst sorgten allerdings dafür, dass die vorausgegangenen Manuskripte unveröffentlicht blieben. 1821 in Rouen geboren, zählt Flaubert heute zusammen mit Stendhal und Balzac zu den drei großen realistischen Erzählern Frankreichs.

Ins Gespräch über den Romancier und seinen literarischen Klassiker kommen die Schriftstellerin Ulrike Draesner und der Dramaturg und Autor John von Düffel.

In Kooperation mit derDiwan Hörbuchverlag, gefördert durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Ein Gespräch über Gustave Flaubert: Madame Bovary - Hörbeispiel

Insa Wilke spricht mit Ulrike Draesner und John von Düffel

      Hörbeispiel
Insa Wilke spricht mit Ulrike Draesner und John von Düffel
Live-Mitschnitt

 

Ein Gespräch über Gustave Flaubert: Madame Bovary
Prolog und Epilog: Timo Brunke
Spielzeit 79 Minuten, 1 CD Digifile/Kartonverpackung
ISBN 978-3-949840-05-0
15,00€